Archiv für den Tag: 19. Oktober 2013

Was wir so in unserer Zwischensaison machen…

zum Beispiel einen Urlaub in Armenien…

Armenien ist nicht gerade das geläufigste Urlaubsland, aber sehr spannend und durchaus eine Reise wert.

Wie wir auf die Idee gekommen sind? Unser Onkel, Bernd Fischer, baut momentan in Gyumri, einer Stadt Nahe der türkischen und georgischen Grenze ein Therapie Zentrum für mehrfachbehinderte Kinder. Betrieben wird das Haus von der Caritas Armenien, finanziert von der Caritas Vorarlberg.

So sind wir, meine Nachbarin Melanie und ich (Anna-Katharina), nun hier in Armenien und nein, niemand muss sich Sorgen machen. Obwohl die Arbeitslosigkeit in Gyumri bei 75% liegt ist die Kriminalitätsrate gering. Die hohe Arbeitslosigkeitsrate liegt daran, dass nach Abzug der Sowjets sehr viele Fabriken geschlossen wurden. Im Dezember 1988 war dann ein großes Erdbeben und zerstörte Städte, Familie und Einnahmequellen. Notdürftig wurden sogenannte Domigs errichtet. Container aus Blech. Den Betroffen wurde die Errichtung neuer Wohnmöglichkeiten versprochen. Darauf warten sie nun schon seit über 20 Jahren. Viele wohnen also nach wie vor mit ihren großen Familien in diesen Containern, die ca 30qm groß sind. Im Sommer wird es erdrückend heiß, im Winter gefriert das Wasser an den feuchten Wänden. Isolation kennt man hier nicht. Geheizt wird mit Gas, welches teuer ist und mit Holz. In der Umgebung von Gyumri ist Holz knapp und teuer. Meist wird nur ein Raum geheizt, in dem dann die ganze Familie überwintert. Familien mit 5-10 Kinder sind keine Seltenheit. Aufgrund der schlechten hygienischen Verhältnisse ist die Behindertenrate übermäßig hoch. So kommt es vor, dass in vielen Familien mehr als ein behindertes Kind lebt.

Dies alles klingt sehr trostlos. Ist es auch. Jedoch gibt es auch eine andere Seite der Medaille. Armenier sind sehr geschäftstüchtig und die meisten versuchen wirklich das beste aus ihren beschränkten Möglichkeiten zu machen. Jeder, der die Möglichkeit hat, baut in seinem Garten Gemüse und Obst an. Armenien ist sehr fruchtbar – es wächst und gedeiht überall. Alles Bio – versteht sich. Im Sommer wird geerntet und für den Winter eingeweckt. Überall duftet es nach Essen. Armenier sind sehr sehr religiös und gastfreundlich und auch die Ärmsten teilen alles.

Die Landschaft ist ausgesprochen schön. Sanfte Hügel, große Äcker, aber auch schneebedeckte Berge sind zu sehen. Leider auch viele Plattenbauruinen und Müll. Zum Wandern und Mountainbiken ein Paradies. Für alle die gerne durch Märkte schlendern sind die Möglichkeiten hier topp. Verkauft wird alles. Vor allem aber das wie bereits erwähnt sensationell gutes Gemüse und Obst.

Unsere Reise neigt sich nun schon wieder dem Ende zu. Was bleibt sind tolle Erinnerungen an ein Land mit viel Potential. Einer tollen Landschaft und freundlichen Menschen. Übermorgen geht es für uns nach Tiflis von wo aus unser Flug wieder Richtung Heimat geht. Tiflis soll im Übrigen eine sehr quirlige und sehenswerte Stadt sein. Wir sind gespannt!

All jene, die lieber alleine über weite Bergrücken laufen, als am Strand von Rimini in der Sonne zu braten und für einige Zeit auf trendige Kaffees und Szenebars verzichten können, sind hier richtig und werden begeistert sein. Statt schicken Einkaufsstraßen gibt es einen tollen Markt mit allem was der Magen begehrt.

Kompetenter Ansprechpartner in Sachen Armenienreisen ist Alexan vom Hotel Berlin Art Hotel in Gyumri.