EIN SOMMER WIE DAMALS IN LECH

Liebe Gäste und Freunde,

wir alle sind froh, dass die turbulenten Zeiten der letzten Monate vergangen sind und eine neue Normalität eingekehrt ist. Dennoch hat sich vieles verändert. In der heutigen Zeit nehmen wir es als gegeben hin, die Zukunft vorausplanen zu können. Oft aber sind wir so sehr in unseren Gedanken versunken, dass wir glatt vergessen, im Moment zu leben.

„Denke daran, dass die Gegenwart alles ist, was du hast. Mache das Jetzt zum Mittelpunkt deines Lebens.” (E.Tolle)

Dieser Sommer wird anders werden, ruhiger, echter. Aber ist es nicht gerade das, was wir brauchen? Gelegentlich stelle ich mir vor, wie mein Leben aussehen würde, hätte ich vor hundert Jahren im schönen Lech gewohnt. Zugegeben, auch ich möchte die Annehmlichkeiten des 21. Jahrhunderts nicht zur Gänze missen. So ein Bergsommer früher muss allerdings schon etwas Besonderes gewesen sein. Heuer, meine lieben Gäste, haben Sie die Gelegenheit, einen Sommer zu erleben, der auf seine ursprünglichen Reize reduziert ist. Und das ganz, ohne eine Zeitreise zu machen.

Vom hohen Berg ins kühle Nass

(c) Hotel Aurora

In beständigem Tempo setze ich meine Füße nacheinander auf. Ich gehe Schritt für Schritt. Langsam verdrängt der Horizont die Dunkelheit und die Felsen leuchten in einem intensiven Orange. Die Sonne blinzelt hervor, ganz so, als wäre auch sie noch etwas verschlafen. Ich reibe mir die Augen und staune abermals über das atemberaubende Panorama, das sich zu meinen Füßen erstreckt. „So eine Sonnenaufgangswanderung ist immer wieder etwas besonders“, meint auch Martin Murr, der die Gäste jeden Samstagmorgen mit auf den 2542 m hohen Mohnenfluh nimmt. Als waschechter Lecher ist er nicht nur ein Bergfex, sondern auch ein leidenschaftlicher Schwimmer. Am liebsten geht er ins neu eröffnete Waldbad bei uns im Ort, verrät er mir. Dort hat man nämlich genug Platz im Schatten zu liegen und obendrein ist es schön ruhig.

Den Moment erleben

(c) Lech Zürs Tourismus | Daniel Zangerl

Auch Marilena Walch hat in Lech das Licht der Welt erblickt. Sie braucht die hohen Berge, damit sie die Weitsicht nicht verliert. Warum manche der Meinung sind, die Felswände schränken das Denken ein, kann sie nicht verstehen. Um ihre beiden Hobbies, das Bergsporteln und Yoga zu vereinen, hat sie sich kurzerhand dazu entschlossen, Yoga am Berg anzubieten. Immer mittwochs lädt sie die Gäste zum Mitmachen ein. Ich darf am eigenen Leib erfahren, wie das Vinyasa Flow Yoga meinen Körper und Geist in Einklang bringt und neue Lebensenergie in mich strömt. Ich atme ein und aus. Plötzlich, da bin ich ganz präsent.

Die Heilkraft der Natur entdecken

(c) Hotel Aurora

Achtsam sein muss auch Veronika Walch, wenn sie als „Krüterwible“ (Kräuterweibchen) durch die Wiesen streift. „Es ist schade, dass das Wissen um die Heilwirkung der Kräuter in Vergessenheit geraten ist“, räumt sie ein, als ich sie eines Donnerstags bei ihrer Runde begleite. Früher, als die Bauern hier noch kaum Zugang zu Medikamenten hatten, war es eine Selbstverständlichkeit, von der heilenden Wirkung der Pflanzen Gebrauch zu machen. Tatsächlich habe auch ich das Gefühl, dass die Lebensenergie der Kräuter in mich über geht und mich so auf ganz natürliche Weise beim Gesundwerden unterstützt. Obendrein eignen sie sich als ausgezeichnete Gewürze und verleihen sämtlichen Gerichten das gewisse Etwas.

Film ab!

(c) Lech Zürs Tourismus | Christoph Schöch

Langsam bricht die Nacht über unser Bergdorf herein. Die Grillen zirpen, ein kühler Wind zieht durchs Tal. Absolute Dunkelheit. Da sehe ich ein schummriges Licht am Schlosskopf Parkplatz aufflackern. Ist das etwa eine Leinwand? Als ich näher komme bemerke ich, dass ich eine Menge Autos am Parkplatz versammelt haben. Plötzlich dämmert mir: Ich befinde mich gerade im höchsten Autokino Europas! Die Zuschauer sitzen gemütlich in ihren warmen Autos und hören den Ton des Films über eine eigene Radiofrequenz.

Sie sehen, es wird auch diesen Sommer wieder allerhand zu erleben geben. Schalten Sie einen Gang zurück, kommen Sie zur Ruhe und tauchen Sie ein in einen Bergsommer wie damals.

Wir freuen uns schon auf Sie,
Ihre Maria Burtscher mit Familie